Nachruf Andrea Hans

Andrea Hans (20.05.1954 – 09.01.2016)

Mitte der Sechziger trainierten wir Kinder im Haus zum Glockenspiel beim legendären Hans Dörffel. Und damals blühte der Verein, mit seinem Nachwuchs war Empor Potsdam bis in die Spitze der Republik bekannt. Andrea, damals noch unter ihrem Mädchenamen Frenzel, war immer dabei, selbstverständlich auch in unserer gemischten Jugendmannschaft mit Ulrike Seidemann, Thomas Bundrock, Waltraud Rose und Gerald Kobs.

Sie hat nie den Verein gewechselt. Warum auch? Hier fühlte sich Andrea unter Gleichgesinnten. Ich zeterte öfters mit ihr, dass sie doch aus ihrem Talent viel mehr machen könne. Schach blieb für sie ein gern gepflegtes Hobby; sie suchte darin, anders als wir Suchtkranke, pure Entspannung. Als ich nach meinem Studium in den Süden zog, blieben wir in Verbindung, schrieben uns, ach wie altmodisch, gelegentlich Briefe.

Nach meiner Rückkehr nach Potsdam war sie es, die mich wieder zu Empor brachte. Sie wirkte nicht nur im Hintergrund des Vereins, Andrea war da, als wir sie brauchten, sorgte als Mannschaftsleiterin dafür, dass aus einer Horde Krieger eine friedliche Gemeinschaft wurde. Sie organisierte die Mannschaftskämpfe, band selbst ihren Mann Peter und seinen Sohn Nico ein, wenn es um Fahrten zu Auswärtsspielen ging, integrierte unseren Nachwuchs und vergaß nie einen Geburtstag.

Als sie mir, schon gekennzeichnet durch die schwere Krankheit, bei unserem letzten Treffen wortlos einige Bücher zurückgab, standen mir Tränen in den Augen. Danke, liebe Freundin, für ein halbes Jahrhundert gemeinsames Schachleben.

Hans Wuttke


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